Genesis - Three Sides Live (1982)

18.08.2015 12:25

Veröffentlichung: 1982

Genre/ Stil: Progressive Rock, Rock, Pop, Art Pop

 

Besetzung:

Tony Banks - Keyboards, Gesang

Mike Rutherford - Bass, Gesang

Phil Collins - Schlagzeug, Gesang

Steve Hackett - Gitarre (Disc 2, Track 6)

Bill Bruford - Schlagzeug (Disc 2, Track 6)

Chester Thompson - Schlagzeug

 

Titelliste:

Disc 1:

1. Turn It On Again

2. Dodo/ Lurker

3. ABACAB

4. Behind The Lines

5. Duchess

6. Me & Sarah Jane

7. Follow You, Follow Me

Disc 2:

1. Misunderstanding

2. In The Cage Medley (Incl. The Cinema Show, Riding The Scree, The Colony Of Slippermen)

3. Afterglow

4. One For The Vine

5. The Fountain Of Salmacis

6. It./ Watcher Of The Skies

 
 

Bei Genesis bestand seit ca. 1980 konstant die große Preisfrage, welche der beiden großen Phasen denn die bessere sei. Für die Gabriel Phase standen große Kompositionen, Gesamtwerke, Geniestreiche, die trotz aller Verrücktheit Gabriels sehr stark auf Tony Banks zurückgingen. Für die Collins Phase standen griffige, zuweilen massentaugliche Songs und damit verbunden nicht zuletzt auch der große kommerzielle Erfolg und eine wesentlich größere, wenn auch weniger nachhaltige, Fangemeinde. So streiten sich Genesis Freunde seit jeher, welche Zeit denn nun besser wäre: Genesis als Progband in kleineren, familiären Clubs oder als Pophit-Lieferanten in großen Stadien mit tausenden, jubelnden Menschen? Und das, obwohl es so einfach noch nicht mal ist. Denn auch zu Gabriel-Zeiten entstanden Songs wie Counting Out Time, I Know What I Like und Happy The Man; genau wie Collins auch auf Songs wie Dance On A Volcano, One For The Vine oder Burning Rope gesungen hat. Nicht zu vergessen, gab es eine Zeit in der Karriere von Genesis, die weniger als Schnittstelle, als viel eher als fließender Übergang vom einen zum anderen bezeichnet werden kann, zu der die Band tatsächlich beide Dinge - sowohl den Progressive Rock, als auch den Pop - gleichermaßen gut zu beherrschen vermochten. Die übertriebenen E-Drums lagen noch in der Zukunft, griffigere Songs waren bereits Gang und Gebe, hier und da konnte man sich dennoch das ein oder andere Epic nicht verkneifen und die musikalische Vergangenheit wurde (noch) nicht verleugnet. Hier standen Songs wie Duke’s Travels neben Misunderstanding, Burning Rope neben Scenes From A Night Dream und Mad Man Moon neben A Trick Of The Tail.

Das viel verschriene ABACAB hatte danach die undankbare Aufgabe, die musikalisch dunklen 80er Jahre einzuleuten, während man das Jahr 1980 im musikalischen Sinne gern noch zu den 70ern zählen kann (wenn ich da an Alben wie Yes’ Drama oder auch Duke denke). In den frühen 80ern hatten viele Bands das Gefühl, sich neu erfinden zu müssen. ABACAB setzte damals auf minimalistische Instrumentierung, wenig Melodie, und war von einer kühlen Gesamtstimmung durchzogen. Trotzdem fanden sich auch hier Kompositionen wie Dodo/ Lurker, die ein wenig an die Vergangenheit erinnerten. Auch der Titeltrack überzeugt (mich) zumindest in der Liveversion als kraftvoller, spontaner Groover. Selbst ein paar Neuausrichtungen können auf gewisse Art und Weise punkten, wenn man keine Gesamtwerke mehr erwartet.

Aus genau dieser Zeit stammen die Aufnahmen von Three Sides Live.

Das Album wurde damals in zwei unterschiedlichen Versionen veröffentlicht. Die amerikanische Version enthielt als vierte Seite ein paar B-Seiten und Songs, die für die vorangegangenen Alben nicht verwendet wurden, während sich bei der britischen Version (quasi als Four Sides Live) auf der vierten Seite frühere Live-Aufnahmen finden, eine sogar mit Hackett und Bruford. Die britische Version ist essentiell! Es finden sich ältere Songs, wie The Fountain Of Salmacis, dessen vorliegende Liveversion die 1971er Studiofassung mit Leichtigkeit in die Ecke stellt, sowie ein It./ Watcher Of The Skies Medley, welches durch einen sehr gelungenen Übergang in das majestätische Watcher-Intro überzeugt, und nicht zu vergessen eine wundervolle Version von One For The Vine. 

Was der Sinn dieser Veröffentlichungspolitik war? Keine Ahnung. Vielleicht wollten Genesis mit den doch sehr poppigen B-Seiten der vierten Seite am amerikanischen Markt punkten oder demselben vielleicht ihre sehr proggige Seite sogar etwas verheimlichen? Mit der Veröffentlichung von And Then There Were Three und dem dazugehörigen Welthit Follow You, Follow Me gewann die Band eine neue, sehr große Hörerschaft (nicht unbedingt Fangemeinde), die beispielsweise von einem gewissen Steve Hackett überhaupt nichts wusste. Mittlerweile ist als remasterte Version in sämtlichen Boxen etc. die britische Version zu finden, während die entsprechenden B-Seiten ebenfalls mehrfach wiederveröffentlicht wurden. Daher erübrigt es sich, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Obwohl es durchaus den Eindruck macht, so ist Three Sides Live natürlich kein einzelnes komplett aufgenommenes Konzert, sondern wie Seconds Out ein Zusammenschnitt aus verschiedenen Shows. Dieses mal erstreckt sich der Zeitraum der Aufnahme - sofern man die vierte Seite mitrechnet - über ganze 5 Jahre. Das erklärt auch das Fehlen von Ansagen. Dennoch wurde der Beifall so gut zusammengeschnitten, dass tatsächlich das Live-Feeling eines zusammenhängenden Konzerts entsteht, auch, wenn auf den Aufnahmen teilweise eine komplett andere Band spielt.

 

Hatte man anno 1976 bereits auf den ungeschlagenen Konzertbeginn mit Watcher Of The Skies verzichtet, so findet man auch hier Turn It On Again als recht uncharmanten und wenig spektakulären Opener. Nicht, dass der Song schlecht wäre, ganz im Gegenteil; er offenbart bei genauem Hinhören einige fantastische Taktwechsel und Holpereien und ist auch harmonisch alles andere als stumpfsinnig. Trotzdem hat er Hitcharakter und man kann dazu tanzen. Die vorliegende Livefassung ist etwas schneller and die Version von Duke, mit verlängertem Intro und Outro und äußerst präzise gespielt. Nachdem Phil im Outro eine seiner mittlerweile berühmten Vokal-Improvisationen zum besten gegeben hat, geht er wie ein Chef ans Schlagzeug und spielt mit Chester Thompson den Schluss. Hier hat Turn It On auch wirklich einen echten Schluss und wird mit den bereits im Song eingebauten Kicks sehr geil beendet.

Dodo/ Lurker wird originalgetreu gespielt. Der Song ist irgendwie ein skurriles Stück Musik, schwebt er doch irgendwo zwischen bedrohlich-bombastischem Groover und einer Art Reggae. Das bringt die Band in dieser Version auch sehr gut über die Bühne. Phil Collins singt hier beinahe fantastisch und wird an den Drums manchmal während der ursprünglich massiven, mächtigen Tom-Fills vermisst. Chester Thompson spielt natürlich gut, aber Collins’ Drums sind wie eh und je nicht zu ersetzen. Während Banks’ Keyboardsolo spielt er allerdings etwas Kuhglocke, was diesen Teils irgendwie noch eigenartiger macht. Gegen Ende legt Collins einen sehr mutigen Tanz hin (das kann man natürlich nur auf der DVD-Version sehen), bei welcher er immer mal auf eins von Thompsons Crash Becken haut. Sehr nett anzusehen. Insgesamt eine gelungene Live-Version, vielleicht nicht so wuchtig wie das Original, dafür jedoch etwas weniger unterkühlt.

Ähnliches kann auch über ABACAB gesagt werden. Allerdings wird dieser Song live gegen Ende hin um fast 2 Minuten verlängert- was einen eindeutigen Mehrwert darstellt. An das eigentliche Lied schließen sich 4 einhalb Minuten instrumentales Gejamme an (wie viel hiervon wirklich improvisiert ist, bleibt wohl das Geheimnis der Band), bei denen sich Banks und Rutherford and Keys und Gitarre duellieren. Trotzdem muss gesagt werden, dass nicht etwa die beiden die Stars des Liedes sind, sondern viel mehr das Schlagzeugduo Thompson/Collins, zumal festzustellen ist, dass Rutherford einfach kein guter Gitarrist ist. Hier wäre vielleicht ein Rollentausch mit dem am Bass offensichtlich leicht gelangweilten Daryl Stuermer die bessere Entscheidung gewesen. Doch dass Rutherford mehr ins Rampenlicht wollte, zeigt ja bereits seine Entscheidung, nach Hacketts Ausstieg keinen neuen Gitarristen anzuheuern (meiner Ansicht nach ein großer Fehler). 

Sobald Collins jedenfalls ans Schlagzeug geht, hat der Song auch den Druck, den er in seiner Originalfassung hatte. Er und Thompson spielen äußerst präzise und auf einander abgestimmt. Am Ende wird auch das Anfangsthema wieder aufgenommen und nicht vorher ausgeblendet. Damit haben wir trotz Rutherfords mäßigem Gitarrenspiel wohl die ultimative Fassung von ABACAB vor uns.

Das Duo Behind The Lines/ Duchess wäre wohl statt Turn It Again der bessere Opener gewesen. Dass die ersten paar Minuten dafür hervorragend taugen, zeigen die Aufzeichnungen der 2007er Reunion-Tour. Genau genommen wäre die komplette Duke-Suite als Opener perfekt, zumal es davon keine zusammenhängende Version gibt (es sei denn, man kennt sich etwas mit Logic, Audacity oder ähnlichem aus). Diese Suite bestand ursprünglich aus Behind The Lines, Duchess, Guide Vocal, Turn It On Again, Duke’s Travels und Duke’s End. Sie wurde durchaus zusammenhängend live performt. Nur Turn It Again wurde meist als einzelner Song gespielt, da die Band ihn mit der Zeit mehr als eigenständigen Song sah. Weise Entscheidung; ohne Turn It On wirkt die Duke-Suite wesentlich schlüssiger.

Umso bedauerlicher ist es, dass sie nirgends als komplette Version zu finden ist. Das vorliegende Duo jedenfalls profitiert im Intro von den zwei Schlagzeugern und kommt wie Dodo/ Lurker und ABACAB etwas weniger unterkühlt daher. Des Weiteren glaube ich, besonders Behind The Lines als etwas gitarrenlastiger zu hören, was ihm sehr gut steht. Ansonsten unterscheiden sich beide Songs minimal von ihren Originalfassungen.

Me & Sarah Jane ist ein Song, den ich persönlich nie besonders gut leiden konnte, obwohl er von seiner Komposition her durchaus interessant ist. Auf ABACAB erschien er mir immer etwas gesichtslos, sperrig, schwer zugänglich (übrigens nicht der einzige Song dieser Art auf diesem Album). Er durchläuft viele unterschiedliche Parts und Stimmungen und erinnert mich manchmal etwas an einige strukturell ausufernde Kompositionen der NDV-Zeit von Spock’s Beard (With Your Kiss), bzw. andersherum. Auch dieser Song gewinnt auf Three Sides Live etwas Atmosphäre und Wärme und ist trotz allem hier stärker als auf ABACAB.

Dass der erste Riesenhit der Band, Follow You, Follow Me, auf dieses Album musste war klar. Stuermer ist sogar als Bassist eine Stufe besser als Rutherford. Die Drums kommen stärker zur Geltung als auf And Then There Were Three, dessen etwas zu keyboardlastige und schwammige Produktion Collins’ Drums manchmal etwas schwer wahrnehmbar macht. In der Strophe verändert Banks einen Akkord, was diesen Part sofort interessanter macht. Des Weiteren hat der Song natürlich Hit- und Mitsingcharakter und funktioniert live einfach.

Auf Misunderstanding wiederum hätte ich auf diesem Album einfach verzichten können. Ich finde ihn mitnichten schlecht, aber er wird bis auf einer von Phils Vokalimprovisationen akribisch nachgespielt und funktioniert live einfach nicht so gut wie manch anderer Song. Nicht ohne Grund wurde er nach dieser Tour von den Setlisten verbannt und ist somit auf keinem anderen Livealbum zu finden.

Im Gegensatz zum folgenden In The Cage, welches um diverse Instrumentalsections unterschiedlicher Songs verlängert wird. Der Song selbst wirkt sehr gut und kommt etwas aufgeregter daher als die Version vom Lamm. Das liegt zum großen Teil an Phil, dessen Interpretationen von Gabriels Stücken oftmals sehr vom Original abweichen. Es gibt unterschiedliche Versionen vom In The Cage Medley. In dieser Version geht man über zu Cinema Show, mit kurzen Abschnitten von Riding The Scree, und dann zu The Colony Of Slippermen. Andere Versionen ersetzen letzteres mit Duke’s Travels.

Eigentlich bin ich von solchen Medleys kein großer Fan, zumal die Band ausgerechnet einige ihrer größten Werke zerpflückt. Trotzdem ist das Material wahrscheinlich so gut, dass es wohl in beinahe jedem Zusammenhang wirken würde. Besonders gelungen ist wirklich der Übergang zu der schönsten Melodie von Cinema Show, deren Erklingen sämtliche Zuschauer mit großen Beifallsstürmen anerkennen. Die komplette Instrumentalsektion profitiert abermals von den beiden extrem energiereich spielenden Drummern, und Daryl Stuermer, den ich zwar immer noch nicht leiden kann, der aber immerhin guten Gewissens als „Gitarrist“ bezeichnet werden kann.

Der Übergang schließlich zu Afterglow ist alteingesessenen Genesis-Fans wohl längst bekannt, sowie von absoluter Schönheit. Phil Collins trägt dieses Liebeslied mit sehr viel Gefühl vor, und gen Ende kann man der Band nicht mehr sauer sein, dass sie ihre Songs in einem Medley verwurschtet hat. Der Abschluss ist schlicht umwerfend und monumental. Für solche erhabenen Momente liebt man Genesis.

Doch es kommt noch besser. Denn, wie gesagt, die abschließende vierte Seite macht dieses Album erst richtig wertvoll.

Die erste Aufnahme, One For The Vine, stammt scheinbar von der Duke-Tour 1980. Der Song ist definitiv ein Geniestreich von Tony Banks und wird von der gesamten Band mit viel Feeling rübergebracht. Stuermer klingt anfangs wirklich verdächtig nach Hackett (das hat er später nie wieder geschafft). Selbst ein paar Variationen seinerseits passen sehr gut in den Song. Vielleicht haben die Alben ab Wind & Wuthering einfach generell etwas mehr Gitarre vertragen können. So kann Stuermer einen guten Gegenpol zu Banks teilweise erdrückenden Keyboards darstellen und verzichtet auf großartiges Gefrickel.

Im Mittelteil fehlen zwar die Soundeffekte wie die Trillerpfeife, das machen natürlich wieder die beiden Schlagzeuger wett. Das gilt auch für das Finale, denn hier machen die beiden noch mal ein richtiges Fass auf. Das verleiht diesem Abschluss noch mal schön Dramatik. Das Outro gehört dann natürlich dem Komponisten und großen Denker hinter dem Werk, Tony Banks.

The Fountain Of Salmacis stellt Collins dann vor eine große Aufgabe, da dieser Song wahrhaftig ein harter Brocken ist, was den Gesang angeht. Er kommt stellenweise auch seine Grenzen, meistert es aber trotzdem sehr gut. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1978. Sehr angenehm ist es, zum ersten mal im Verlauf des Livealbums komplett im verträumten Klangteppich des Mellotrons zu schwelgen. Dieses Album erschien immerhin in den 80er Jahren. Im Direktvergleich merkt man dann auch die kompositorischen Welten zu Songs wie, sagen wir, Me & Sarah Jane oder Dodo/ Lurker. Mit The Fountain haben wir wirklich ein Meisterwerk vor uns, wie es selten geschaffen wurde. Und auch hier kann Daryl Stuermer mit einem großen Gitarrensolo im Finale punkten. Teilweise fehlen zwar in dieser Version die Satzgesänge (wieso haben die anderen eigentlich nur so selten mitgesungen?), sowie das jazzig angehauchte Schlagzeugspiel von Collins, dennoch haben wir hier eine fantastische Liveversion eines absoluten Genesis-Klassikers, den es danach wohl kaum noch live zu hören gab.

Das abschließende It. beginnt mit einer Art kurzem Drumsolo von *Trommelwirbel* Mr. Bill Bruford, der zur 1976er Tour mit Genesis auf Tour war. Er ist zusammen mit Nick D’Virgilio für mich wohl der einzige Drummer, der einen Phil Collins live gleichwertig ersetzen könnte, zumal Bruford für Collins ein großes Vorbild war (genau wie Collins für D’Virgilio ein großes Vorbild war).

Der Song hat unglaublich Drive und man hört die Spielfreude deutlich heraus. Brufords Beckenarbeit ist umwerfend und sein Sound absolut charakteristisch. Hier scheint sich Collins einst wirklich einiges abgeschaut zu haben.

Höhepunkt dieses Tracks ist allerdings der Übergang zum großen Finale von Three Sides Live. Nach dem Collins fertig gesungen hat, verabschiedet er sich mit einem knappen „Thank you, see ya“, worauf hin die Akkorde von It. langsam den majestätischen Anfangsakkorden von Watcher Of The Skies weichen. Wenn man das zum ersten mal hört, läuft es einem kalt den Rücken herunter. Daraufhin wird nicht der komplette Song gespielt (obwohl mir das sehr gut gefallen hätte), sondern direkt nach dem Intro bei dem dramatischen Outro angesetzt und effektvoll zu Ende gebracht. Hier wird bewiesen, dass ein Song wie Wacher Of The Skies wohl auch in jedem Zusammenhang dargeboten werden kann; er funktioniert an jeder Stelle. Das Duo Bruford/ Collins ist dabei natürlich ungeschlagen und gefällt mir persönlich noch um einiges besser als das Duo Thompson/ Collins. Bei diesem Abschluss kann ich nur meine Aussage zu Afterglow wiederholen: Für solche erhabenen Momente liebt man Genesis.

 

Auf einigen früheren Versionen des Albums gab es einen Produktionsfehler, der bewirkte, dass One For The Vine fälschlicherweise zweigeteilt war und die zweite Hälfte als Fountain Of Salmacis betitelt war, während der eigentliche Song mit It./ Watcher Of The Skies in einen Track gequetscht war. Dieser äußerst schlampige Fehler wurde bei späteren Versionen natürlich behoben.

Und damit haben wir ein wunderbares Livealbum einer der größten Bands aller Zeiten in einer Phase, zu der sie scheinbar spielend zwischen zwei grundlegend unterschiedlichen Musikrichtungen wechselten. Spielerisch gibt es hier absolut nichts auszusetzen. Collins’ Solokarriere hatte noch keinen Abdruck in der Musik von Genesis hinterlassen, und auch sein Gesang ist noch nicht ganz so ausgereift wie auf manch späterer Aufnahme.

Wir finden hier kein Supper's Ready, kein Firth Of Fifth, und auch kein Musical Box. Dieses Album ist weitgehend ein Dokument der Zeit um den spannenden Übergang der 70er in die 80er. Bleibt also noch zu sagen, dass Three Sides Live die perfekte Ergänzung zu seinen Vorgängern Live und Seconds Out ist, da es bis auf Afterglow mit den beiden nicht eine Überschneidung in der Songauswahl gibt.

Welches Livealbum von Genesis braucht man also? Live oder Live At The Rainbow, weil dort Gabriel dabei ist? Seconds Out, weil dort so viele Klassiker drauf sind?

Vorweg, man braucht natürlich alle diese Alben als Genesis-Freund. Wenn man den Übergang der Band vom symphonischen Progressive Rock zum Radiopop ein wenig mehr verstehen will, so sollte man zu Three Sides Live greifen.

 

Bewertung: 

Vergleichbar mit: 

Genesis zwischen den Lagern. Phil Collins Solo ist noch ein Stück weg, Gabriel Vibes sind längst verflossen.

 
 
 
 

 

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